Norick Blödorn mit starker Leistung auf dem Podest
Eigentlich sah es im Vorfeld auf das Rennen, welches den traditionellen Saisonauftakt im Güstrower Speedway markiert, so aus, dass Rekordgewinner Timo Lahti als klarer Favorit in den Osterpokal geht. Aber als dann Mitte der Woche der Anruf von Fredrik Lindgren einging, er können in diesem Jahr endlich starten, stellte sich die Lage schon anders dar. Der schwedische Grand Prix Fahrer, mit enorm viel Ligaerfahrung ausgestattet, war dann doch von der Papierform her stärker einzuschätzen. Aber wie würde er mit dem besonderen Oval zurechtkommen, zumal er zum ersten Mal nach Güstrow kam.
Zunächst ist festzustellen – Versprechen gehalten. Schon vor Jahren hat er bereits versprochen, einmal auch beim Osterpokal zu starten. Und nun hat er seine Zusage eingelöst. Wer allerdings dachte, die Konkurrenz hätte keine Chance, sah sich anfänglich getäuscht. In seinem ersten Lauf, der aufgrund eines Sturzes auch noch wiederholt werden musste, kam er noch nicht gut zurecht und musste sich hinter dem Briten Adam Ellis mit Platz zwei zufriedengeben. Der an diesem Tag bestens aufgelegte Engländer hatte allen Chancen auf den Sieg und wurde doch zum tragischen Helden der Veranstaltung. In seinem dritten Lauf stürzte er in Führung liegend ohne Fremdeinwirkung schwer und wurde anschließend zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Er erlitt eine Schulterverletzung, kann aber schon bald das Krankenhaus wieder verlassen.
Die notwendige Pause nahmen die 4500 Zuschauer gelassen hin, denn sie hatten vorher schon besten Sport mit überraschenden Ergebnissen erlebt und wurden auch danach von der Leistung der Aktiven nicht enttäuscht.
Dazu trugen auch die einheimische Torros bei – Tyler Haupt konnte einen umjubelten Laufsieg einfahren. Bereits im zweiten Lauf gelang es dem amtierenden Deutschen Meister Norick Blödorn, der in diesem Jahr für die Torros in der Liga fahren wird, den bekanntermaßen als Güstrow-Spezialisten bezeichneten Timo Lahti zu bezwingen. Für den fünfmaligen Osterpokalsieger kam es anschließend noch schlimmer. In seinem zweiten Lauf holte er einen Sieg und reihte sich mit vier Konkurrenten an der Spitze der Wertung ein, aber danach war er im Lauf gegen Fredrik Lindgren irgendwie von der Rolle. Er konnte nicht nur den Schweden nicht halten, sondern wurde bis auf den letzten Platz durchgereicht. So war der nächste Osterpokalsieg in weite Ferne gerückt und am Ende reichte trotz zwei weiterer Siege nicht einmal für das Podest.
Besser machte es Norick Blödorn, der nach drei zweiten Plätzen zum Abschluss noch einen Sieg einfuhr und so punktgleich mit dem Franzosen David Bellego auf dem Podest landete. Nur aufgrund der direkten Auseinandersetzung wurde er Dritter, war mit seinem Auftritt aber zufrieden. „Wenn ich auf dem Podest stehe, dann habe ich wohl einiges richtig gemacht bei dieser Konkurrenz“, sagte er nach der Siegerehrung und stellte in Aussicht in diesem Jahr häufiger im Stadion an der Plauer Chausse zu Gast zu sein.
Fredrik Lindgren zu beobachten war sehr interessant. Er war nie überlegen, aber wählte stets die richtige Linie und konnte die Bahn bestens lesen, um Veränderungen wahrzunehmen. Sehr professionell ging er an das Rennen heran. Vor dem Start machte er sich warm und dann beobachtete er in jeder Pause genau den Bahndienst, um seine Maschine und den Fahrstil auf die jeweiligen Verhältnisse anzupassen.
„Es war nicht einfach bei dieser Konkurrenz“, gab er nach dem Rennen unumwunden zu. „Zumal diese Bahn wirklich sehr besonders ist. Ich habe schon viel von diesem Oval gehört und bin nun froh, als 40jähriger auch hier gefahren zu sein.“
GM
Ergebnis Osterpokal 2026:
1.Fredrik Lindgren (S) 14, 2. David Bellego (F) 12, 3. Norick Blödorn (D) 12, 4. Timo Lahti (S) 11, 5. Adam Bednar (TCH) 10, 6. Erik Riss (D) 10, 7. Jacob Thorsell (S) 9, 8. Tyler Haupt (D) 8, 9. Valentin Grobauer (D) 7, 10. Dimitri Buch (DK) 6, 11. Mikkel Andersen (DK) 6, 12. Adam Ellis (GB) 5, 13. Hannah Grunwald (D) 3, 14. Carlos Gennerich (D) 2,15. Villads Pedersen (DK ) 2, 16. Slater Lightcap (USA) 2, 17 Erik Pudel (D) 1
Rookies Cup (500R):
1.Magnus Rau (D), 2. Joel Schuck (D), 3. Niklas Bager (DK), 4. Erik Barth (D), 5. Emil Kirstein Jensen (DK), 6. Storm Thomsen (DK), 7. Finn Kruse (D), Jasper Schiebe (D)