MC Güstrow Torros gewinnen Heimrennen in der Bundesliga

Facebook
Twitter

MC Güstrow Torros gewinnen Heimrennen in der Bundesliga
MC Nordstern Stralsund wird Deutscher Meister

Dieses letzte Saisonrennen der 1. Speedway-Bundesliga für sich genommen hat noch einmal gezeigt, was den Reiz dieses Mannschaftswettbewerbs ausmacht. 

Spannung bis zum Schluss und vor jedem Lauf immer die Hoffnung, dass nun endlich ein entscheidender Durchbruch für ein Team gelingt. Aber beide Mannschaften waren derart ebenbürtig, dass das Unentschieden zum Markenzeichen dieses Rennens wurde. Gleich sieben von den vierzehn Heats endeten 3 zu 3 und änderten damit überhaupt nichts am Ergebnis. Nach dem ersten Durchgang stand es 9 zu 9, im zweiten Durchgang konnten die Wölfe vom MSC Wittstock, die mit einem Tagessieg den Meistertitel geholt hätten, durch Janek Konzack und Jonas Knudsen, die sich beide bestens aufgelegt präsentierten, bei einem Ausfall von Kai Huckebeck ein 4 zu 2 herausfahren und damit übernahmen die Gäste knapp die Führung. Diese konnten sie im 8. Lauf wiederum durch Konzack / Knudsen sogar auf 6 Punkte erhöhen, aber schon im nächsten Lauf schlug das Pendel um. Endlich konnten die einheimischen Torros mit einem Doppelsieg, erfahren durch Mikkel Andersen und Kai Huckenbeck auftrumpfen. Es blieb an diesem Abend der einzige Doppelerfolg für die Gastgeber. Nach weiteren Unentschieden, gelang es Kai Huckenbeck zusammen mit Norick Blödorn im 12. Lauf tatsächlich den Ausgleich in der Tageswertung zu schaffen und so stand es vor den beiden Finals 36 zu 36.

Aber dieses Rennen, welches durch den Nachholtermin an einem Mittwoch sowieso ein besonderes war, markierte eben das Ende der Bundesligasaison und so war der Blick auf die Gesamtwertung immer präsent. Die MC Güstrow Torros erlebten eine große Unterstützung im einheimischen Stadion. Viele der 998 Besucher – die Aktion war offensichtlich erfolgreich, denn eine zahlende Person konnte eine weitere mitnehmen – unterstützten das Team aus der Barlachstadt.

Nach den drei Titelgewinnen in Folge hätte es nun ein Wunder gebraucht, um noch einmal die Meisterschaft nach Güstrow zu holen. Schnell wurde klar, dieses blieb aus und einfach schien an diesem Abend gar nichts. 

Aus Sicht der Gäste aus Wittstock wurde es in den abschließenden beiden Läufen bitter. Zunächst gelang es Kai Huckenbeck die Führung zu erkämpfen und gemeinsam mit Tyler Haupt einen Zwei-Punkte-Vorsprung für die Torros zu holen und im letzten Lauf konnten Norick Blödorn, der sehr schnell unterwegs war, und Mikkel Andersen genau das gleiche Ergebnis erzielen. Mit diesem versöhnlichen Abschluss holten die MC Güstrow Torros den Tagessieg im eigenen Stadion.

Teamchef Ralf Peters schaute danach auch abgeklärt auf diese Saison zurück: „Wir durften ein spannendes, gut besuchtes, letztes Bundesliga Rennen der Saison 2026, an einem Mittwoch in Güstrow, erleben. Es war zu spüren, dass eine Mannschaft wie die Wölfe aus Wittstock, die den Titel haben möchte und diesen auch will, ein richtig harter Brocken ist. Wir fühlen uns zu Hause in der Favoritenrolle und diese Last konnten wir schwer ablegen. Erst am Ende holten wir entscheidende Punkte, um das letzte Heimrennen zu gewinnen. Kleine Maschinenprobleme und natürlich die verständliche Anspannung bremsten uns merklich ein. Auch wenn nicht immer am Einzel-Ergebnis von jedem zu sehen, der Wille im Team dieses Rennen zu gewinnen, war spürbar. Unser Glückwunsch geht an den Meister aus Stralsund und auch an den Vizemeister aus Wittstock“.

Denn tatsächlich reichte der Tagessieg nicht aus, um eine Veränderung in der Reihenfolge der Tabelle zu bewirken. Da Wittstock zu Hause mit 10 Punkten Vorsprung gewonnen hatte, bekommen sie noch einen Bonusmatchpunkt aus dem direkten Duell mit den MC Güstrow Torros und diese verbleiben daher auf dem dritten Platz in der Meisterschaft. Die beiden Erstplatzierten trennen nur diese 4 Punkte, die aus Wittstocker Sicht in den letzten beiden Läufen verloren gingen. 

Oder anders formuliert, die drei Teams, welche sich um die Meisterschaft beworben haben, waren ebenbürtig, jedes konnte seine beiden Heimrennen gewinnen. Die Höhe der jeweiligen Heimsiege brachte am Ende die Entscheidung über die Meisterschaft.

Und genau das war wohl nervenaufreibend für die Stralsunder Fangemeinde, die im Stadion an der Plauer Chaussee aus der Zuschauerposition mitfieberte, denn erst ganz zum Schluss konnte gejubelt werden. 

GM

Bild: Wolfgang Radszuweit.